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Latthammer Vergleich: worauf es wirklich ankommt

Bahnform, Gewicht, Stiel und Magnethalter entscheiden, ob ein Latthammer den Arbeitstag angenehm oder anstrengend macht. Der Überblick für Zimmerei, Dachstuhl und Schalung.

5 Min. Lesezeit · zuletzt geprüft 17.8.2026

Geraute oder glatte Bahn

Die Bahn ist der Teil, der auf den Nagelkopf trifft. Eine geraute Bahn greift den Kopf auch bei schrägem Schlag und rutscht deutlich seltener ab – das ist im Rohbau, bei Schalung und Dachlattung der praktische Vorteil, weil dort schnell und viel genagelt wird.

Eine glatte Bahn hinterlässt keine Riffelabdrücke im Holz. Überall dort, wo die Oberfläche später sichtbar bleibt – Sichtdachstuhl, Möbelbau, Terrassenbau – ist sie die richtige Wahl. Wer beides regelmäßig macht, fährt mit zwei Hämmern besser als mit einem Kompromiss. Genau dafür gibt es Serien wie den PICARD Latthammer Nr. 790, den der Hersteller wahlweise mit gerauter oder glatter Bahn anbietet – so lässt sich ein Hammerpaar aus einer Baureihe zusammenstellen.

Welches Gewicht passt

Das Kopfgewicht bestimmt, wie viele Schläge ein Nagel braucht und wie schnell der Arm ermüdet. Für den Großteil der Zimmererarbeiten liegen 600 bis 800 Gramm im sinnvollen Bereich.

Der PICARD Latthammer Nr. 698 liegt mit 600 g Kopfgewicht im ganztagstauglichen Bereich. Wer Gewicht sparen will, ohne auf einen schlagfesten Stahlkopf zu verzichten, findet im PICARD AluTec (Nr. 1098) eine leichtere Variante mit Aluminium-Stiel.

KopfgewichtTypischer Einsatz
ca. 500–600 gLattung, leichte Konstruktion, ganztägiges Nageln
ca. 600–700 gAllrounder für Dachstuhl und Schalung
ca. 700–800 gBauholz, dicke Nägel, wenige kräftige Schläge

Stiel: Holz, Stahlrohr oder Vollstahl

Holzstiele dämpfen den Schlag am besten und lassen sich im Schadensfall tauschen – dafür brechen sie bei Fehlschlägen gegen die Kante schneller. Stahlrohr- und Vollstahlstiele mit Kunststoff- oder Ledergriff halten Fehlschläge aus und sind an einem Stück gefertigt, übertragen aber mehr Vibration.

Die drei gängigen Bauweisen bildet PICARD im Programm ab: Der Ganzstahl-Latthammer Nr. 790 ist einteilig geschmiedet und mit Ledergriff ausgeführt – unempfindlich gegen Fehlschläge. Der AluTec kombiniert einen leichten Aluminium-Stiel mit geschmiedetem Stahlkopf, klassische Holzstiel-Ausführungen runden das Sortiment ab. Wer täglich mehrere Stunden nagelt, sollte auf eine ausgeprägte Vibrationsdämpfung und einen Griff mit klarem Endanschlag achten.

Magnethalter, Klaue und Sicherheit

Ein Magnethalter im Kopf hält den Nagel für den ersten Schlag – auf der Leiter und über Kopf spart das die zweite Hand und damit Risiko. Die Nagelklaue zieht krumme Nägel, ohne dass ein Zusatzwerkzeug nötig ist. PICARD führt den Nr. 698 unter anderem in der Ausführung mit Magnet-Nagelhalter.

Sicherheitsrelevant sind außerdem ein fester Kopfsitz und eine unbeschädigte Bahn: Ausgebrochene Kanten führen zu Splittern und Abrutschern und gehören ausgetauscht statt nachgeschliffen. Ein Blick auf ein Sicherheitsprüfzeichen (z. B. TÜV/GS) gibt zusätzliche Orientierung.

  • Magnethalter: einhändiges Ansetzen auf Leiter und Gerüst
  • Klaue: Nägel ziehen ohne Werkzeugwechsel
  • Schutzbrille bei gehärteten Nägeln und Betonnägeln

Häufige Fragen

Ist ein Latthammer dasselbe wie ein Zimmermannshammer?
Ja, beide Begriffe meinen dasselbe Werkzeug. Der Dachdeckerhammer ist dagegen ein eigenes Werkzeug mit Spitze zum Lochen von Schiefer.
Kann man eine geraute Bahn glattschleifen?
Davon ist abzuraten. Die Bahn ist gehärtet; Schleifen verändert Härte und Geometrie und macht den Hammer unsicher. Für sichtbare Hölzer nimmt man einen zweiten Hammer mit glatter Bahn – bei PICARD ist der Nr. 790 dafür in beiden Bahnvarianten erhältlich.
Wie oft sollte man einen Latthammer ersetzen?
Nach Bedarf: sobald die Bahn ausgebrochen ist, der Kopf Spiel hat oder der Stiel Risse zeigt. Ein Holzstiel lässt sich tauschen, ein beschädigter Kopf nicht.

Weitere Ratgeber

  • Welche Zange wofür?

    Abisolieren, entmanteln, schneiden, greifen: Jede Zangenart hat einen klar definierten Zweck. Der Überblick verhindert gekerbte Leiter und stumpfe Schneiden.

  • Werkstattwagen leer oder bestückt?

    Bestückt ist schnell und günstig pro Werkzeug, leer ist langfristig passgenauer. Was in welchem Fall die bessere Entscheidung ist – und worauf man bei Schubladen, Rollen und Einlagen achtet.

  • Welche Zwinge wofür?

    Ausladung, Spannweite und Spannkraft entscheiden über das Ergebnis beim Verleimen und Montieren. Der Vergleich der Zwingentypen mit klaren Einsatzempfehlungen.